Kino Die Geschichte des großen Flimmerns
Heute sitzen wir in weichen Sitzen, wenn wir ins Kino gehen. Wir essen eimerweise Popcorn und vorn auf der riesigen Leinwand läuft der Film: in Farbe und mit bester Tonqualität. Das war nicht immer so. Hier ist eine kleine Geschichte des Kinos!
Als Geburtsjahr des Kinos gilt das Jahr 1895. Die Filme wurden zuerst auf dem Jahrmarkt vorgeführt: in einer Bretterbude oder in einem Zelt. Wenn man Glück hatte, wurden Bänke aufgestellt, auf die man sich setzen konnte. Sonst musste man sich die Filme im Stehen anschauen.
Die Filme dauerten nur drei oder vier Minuten. Sie waren nicht farbig, sondern schwarz-weiß. Und sie hatten keinen Ton.
Man
sah zum Beispiel ein boxendes Känguru oder einen Zug, der in den
Bahnhof einfährt. Weil die meisten Leute so etwas noch nie gesehen
hatten, hatten sie Angst: zum Beispiel dass der Zug sie überfahren
würde.
Filmpaläste mit Samtvorhängen
Bald gab es auch lange Spielfilme und es wurden Kinogebäude gebaut. Weil die Kinos damals so prächtig waren wie Paläste - mit Samtvorhängen und Kronleuchtern - wurden sie auch "Filmpaläste" genannt. Oder "Lichtspielhäuser". Denn der Filmprojektor wirft den Film ja mit Hilfe von Licht auf die Leinwand.
Damals war es etwas Besonderes, ins Kino zu gehen.
Die Zuschauer zogen sich dafür elegant an. Vorne im Orchestergraben
begleitete ein Orchester den Film. Manchmal waren es auch Pianisten. Und
mit der Kinoorgel konnte man Geräusche machen, zum Beispiel das Pfeifen
einer Dampflok oder Kirchenglocken.
Die ersten Töne und Farben
Seit
1927 gab es den Tonfilm und seit 1939 den Farbfilm. Jetzt sah man die
Schauspieler und die Schauplätze in Farbe. Und die Schauspieler hörte
man ihren Text sprechen. Im Kino wurden früher übrigens auch Nachrichten
gezeigt - das Fernsehen war ja noch nicht erfunden. In den Städten gab
es fast an jeder Ecke ein Kino. Also viel mehr als heute. Ab den 1970er
Jahren hatten aber die meisten einen Fernseher zu Hause. Immer weniger
Menschen gingen ins Kino. Deshalb mussten viele Kinos schließen.
Toller Sound und coole Effekte
Ab den 1990er Jahren gingen die Menschen wieder gerne ins Kino. Die Qualität des Tons wurde so gut, dass man als Zuschauer das Gefühl haben konnte, mitten im Film zu sein. Also viel besser als beim normalen Fernseher. Außerdem gibt es seither immer mehr Filme mit tollen Spezialeffekten. Das Kino hat es geschafft, wieder etwas Besonderes zu sein.